Ein Leben ohne Suchmaschinen ist heute kaum vorstellbar. Wie hat man früher bloß seinen Alltag meistern können? Mal eben schnell „X“ bei Wikipedia nachschlagen oder noch schnell „googeln“ – in Sekundenschnelle ist das Ergebnis da und man kann mit seinem unglaublich breiten Allgemeinwissen punkten. Allein die Entstehung solcher Anglizismen wie „googeln“ in der deutschen Sprache, ist ein Hinweis dafür, wie sich durch das angebot und die Nutzung neuer Technologien im Alltag zuerst unser Denken und dann unser Handeln ändern.

W-Lan ist heute nahezu überall angeboten und so kommt man gar nicht mehr in Verlegenheit, eine Antwort nicht direkt parat zu haben.

Klar, Professoren hören es nicht gern, wenn ihre Studenten bei Referaten auf Nachfragen antworten: „Ach, das habe ich nur mal schnell bei Wikipedia nachgeschaut! Nein, woanders habe ich nicht mehr recherchiert!“

Die Copy-and-Paste-Mentalität hat sich enorm ausgebreitet. Dass dies bei ernsthaften Arbeiten oder sogar Examensarbeiten keine gute Idee ist, zeigen die Rauswürfe von Examenskandidaten aus Universitäten in den letzten Jahren. Erstens ist es strengstens verboten, zweitens behaupten viele Professoren immer noch, dass im Internet eh nur Müll stehe.

Das würde ich nun nicht unterschreiben wollen. Klar ist aber, dass sich unsere Gewohnheiten durch diese Angebote in den letzten Jahren in Richtung Bequemlichkeit geändert haben. Niemand macht sich noch die Mühe, ein Lexikon aus dem Regal zu holen, es zu entstauben, es aufzuschlagen und dann erst zu lesen. Das dauert doch viel zu lange, wenn man doch mal eben schnell im Internet nachsehen kann.

Instant Information – sofort und ohne Wartezeit verfügbar!

Besorgniserregend dabei ist nur, dass diese Gewohnheiten sogar in negativer Weise unsere Art zu Denken verändern, wie Marc Glaser in seinem Blog MediaShift beschreibt. Fatal wäre auch, wenn es womöglich aus weiterer Bequemlichkeit bei der Erstinformation bleibt und nicht weiterrecherchiert wird. Das geht natürlich nicht, wenn man ein Thema ernsthaft und umfassend bearbeitet und es der Öffentlichkeit präsentieren möchte.

Es bleibt spannend, weiterhin zu beobachten, was solche Technologien mit unseren Gehirnen anstellen…

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