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Monat

Februar 2008

Innovatives neues E-Business Tool: Live Presenter

Warum noch teure Flüge buchen und rund um die Welt jetten? Dann noch völlig übermüdet mit Jet-Lag ins Meeting und dabei womöglich gar nicht mehr Herr seiner Sinne sein? Ein viel zu großes Risiko bei wichtigen Präsentationen und Verhandlungen! Und dann noch der Zeitaufwand: lästige staugeplagte Fahrten zum Flughafen, eine Schlange am Check-In, dann endlich Boarding, starten, landen und schon wieder warten auf das Gepäck. Nein, nein alles viel zu anstrengend! Und unter zeitökonomischen Aspekten auch absolut unsinnig. Dieses Szenario könnte bald nostalgische Vergangenheit sein.

Mit dem „Live Presenter“ von Netviewer könnten zukünftig Web-Konferenzen zum Standard werden. Mit dieser Portallösung kann man seine Meeting-Teilnehmer wie gewohnt per Email zum Termin einladen, ein Moderator führt live durch das Programm. Zusätzlich können auch noch Fotos, Grafiken und auch Videos eingebunden werden. Jeder Teilnehmer loggt sich über seinen Browser zum Termin ein, kein Programm muss vorher installier werden. Interagieren können die Teilnehmer über eine Chat-Funktion. In mehreren auf dem Desktop geöffneten Fenstern kann dann jeder alle Aktionen der Web-Konferenz verfolgen und sofort ein Feed-Back geben.

Dieses serverbasierte Desktop-Sharing-System ist eine zukunftsweisende multimediale Lösung für Unternehmen, die Zeit und Kosten sparen wollen. Genauso könnten aber auch jede Art von privater vernetzter Community ihre themenspezifischen Treffen abhalten und Fotos und Videos zeigen. Bei der Anzahl der Teilnehmer sind keine Grenzen gesetzt.

Auf der kommenden Cebit wird der Entwickler Netviewer seine neueste Portal-Lösung offiziell vorstellen.

Dies ist eine spannende Entwicklung!

Ich könnte mir gut vorstellen, dass es eine gern angenommene Ergänzung zur Telefonkonferenz oder auch im E-Learning-Bereich werden könnte, obwohl ich nicht glaube, dass auch nur alle erdenklichen neuen Technologien dieser Art jemals eine Face-to-Face- Begegnung toppen können, geschweige denn ersetzen. Wenn es Zeit und finanzielle Mittel eines Unternehmens erlauben, wird sicher eher eine klassische Konferenz mit anschließendem lockeren Essen und privat anklingender Entspannung zu besseren Ergebnissen (besonders langfristig!) führen.

Wir dürfen sehr gespannt sein, was das Ganze kosten soll! Auf der Cebit werden wir es erfahren.

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Persönliche Freiheit schützen – Eine Buchempfehlung

Ich möchte an dieser Stelle auf ein recht neu erschienendes Buch von Wolfgang Sofsky aufmerksam machen:

„Verteidigung des Privaten“. Erschienen 2007 bei C.H. Beck, 158 Seiten für 14,90 €.

Sofsky kritisiert eindringlich die Beschneidung der persönlichen Freiheit durch den Staat, was für jeden spürbar geworden ist seit dem Gesetzesbeschluss zur Vorratsdatenspeicherung am 09. November 2007.

Ich halte dieses Thema für äußerst wichtig und leider im Vorfeld des Gesetzesbeschlusses sehr in der Berichterstattung und Kritik vernachlässigt. Deswegen möchte ich auf dieses lesenswerte Buch hinweisen.

In seiner sehr empfehlenswerten Streitschrift bringt der Soziologe und Privatgelehrter Wolfgang Sofsky die Problematik auf den Punkt. Unsere Privatheit und persönliche Freiheit ist in Deutschland durch den Staat bedroht.

Menschen hinterlassen heutzutage mehr Spuren als sie annehmen. Alles Tun und Handeln wird dokumentiert, archiviert und geprüft. Nichts entgeht der Aufmerksamkeit des Staates. Gläserne Menschen bewegen sich laut Sofsky in einer kontrollierten Gesellschaft.

Sofsky beanstandet in seinem Buch den Gehorsam und den Konformismus der Menschen, die die Bedrohung gar nicht erkennen. Ihnen fehle der Sinn für den Verlust der persönlichen Freiheit, urteilt er beharrlich.

So werden unter dem Banner der Fürsorge und Vorsorge Freiräume vom Staat immer weiter eingeengt.

Als warnendes Fazit, hier das Schlusswort von Wolfgang Sofksy: „Wer aus eigenen Stücken auf die Waffen der Kritik verzichtet, der lässt seine Urteils- und Handlungskraft verkommen!“

Hier ein weiterer Blog, der sich mit diesem Thema auseinandersetzt und einem Beitrag zum Buch von Sofsky: Daten-Speicherung.de

Hypothesen zu File Sharing Communities

Sehr interessante Hypothesen und Überlegungen stellt Thomas Pleil in seinem Blog Das Textdepot zu Veränderungen im Nutzungsverhalten bei Tauschplattformen an. Ich stellte vor kurzem an dieser Stelle die Frage in den Raum, ob es möglicherweise zu einer persönlichen Übersättigung der Nutzer und Hersteller von User Generated Content gekommen sein könnte, zugunsten einer Hinwendung zurück zu älteren Medientechnologien. Sozusagen das Verpuffen einer anfänglichen Euphorie.

Tatsächlich steigt insgesamt das Angebot an Plattformen rasant. Es gibt immer mehr Angebote auch an Me Too-Plattformen und Klonen, was sicher dazu führt, dass sich die Gesamtnutzerzahl etwas verteilt oder auch Angebote mit engeren Themenspektren favorisiert werden.

In ihrem Koop Tech-Blog befasst sich Christiane Schulzki-Haddouti noch eingehender mit den Entwicklungen einiger großer bekannter aber auch neueren und kleineren Dienste. Das Ergebnis ist spannend!

Demzufolge gibt es einen eindeutigen Trend: Das Erstellen eigener sozialer Netzwerke inklusive Tauschmöglichkeiten.

Ganz klar steigende Nutzerzahlen gibt es laut Koop Tech-Blog nur bei der hybriden Plattform Ning.com, wo die Erstellung eigener sozialer Netzwerke und File Sharing angeboten wird.

Neben Ning gibt es sonst ausschließlich bei youtube.com ungebrochene Wachstumsraten. Alle sonst von ihr beobachteten Plattformen sind rückläufig oder stagnieren.

Schlussfolgerung: User generieren und tauschen immer noch gerne ihren selbst produzierten Content, jedoch mit einem (vielleicht könnte man sagen) zusätzlichen „Kick“ in Form von „etwas Eigenes Schaffen“, einer Art Rückbesinnung auf „lokales Denken“ in einem gewissen Themengebiet: Man kennt sich untereinander und fühlt sich wohl in einem engeren familiäreren Umfeld!

Hier wären tatsächlich nähere qualitative Untersuchungen höchstinteressant!

Veränderung des Nutzungsverhalten im Web 2.0

Es ist schon interessant, dass es doch immer wieder dieselben sozialen Phänomene zu geben scheint, bei neu erfundenen Medien-Technologien seit der Gutenberg- Galaxis. Es ist immer wieder die Sorge der Bewahrer, dass die alten Medien zugunsten der neuen verschwinden werden.

Mittlerweile haben wir aber gelernt, dass dem nicht so ist. Immer noch lesen Menschen Bücher, telefonieren eher selten mit Videotelefonen, hören immer noch gern Radio, schauen in die Röhre und sprechen sogar noch miteinander.

Das Phänomen, das hier gemeint ist, ist das der Übersättigung. Menschen werden nach einer Phase der totalen Begeisterung doch immer wieder der neuen Technologien mürbe und besinnen sich zurück auf die alten „Klassiker“.

Das passiert nun auch bei solchen Diensten, die das Veröffentlichen von Inhalten wie Texten, Bilder, Musik, Fotos und Videos im Internet ermöglichen.

Die Wachstumszahlen von Focus Live, Myvideo, Flickr, Last.fm sind rückläufig.

Könnte es vielleicht sein, dass die Nutzer doch keine langfristige persönliche Befriedigung aus der Herstellung und Beschäftigung mit User-Generated-Content herausziehen können?

Ein Verpuffen der anfänglichen Begeisterung?

–> Weiter lesen im KoopTech-Blog.

Google Generation

Zum Thema Umgang mit Suchmaschinen gibt es eine frisch veröffentlichte Studie vom CIBER research team at University College London.

Eine Längsschnittstudie über die Generation nach 1993, die mit dem Internet groß geworden ist und auch in der Zukunft den Forscher-Nachwuchs stellen wird, zeigt eine deutliche Veränderung des Informations-Konsumverhalten der so genannten Google Generation im Gegensatz zu früheren Generationen.

Nur noch 2% der College-Studenten starten ihre Recherche klassisch in Bibliotheken. 89% beginnen zuerst mit Internet-Suchmaschinen. 93% sind zufrieden bzw. sehr zufrieden mit ihren Erfahrungen mit Suchmaschinen. College-Studenten benutzen immer weniger Bibliotheken und lesen immer weniger in Büchern zugunsten der Internet-Informationssuche.
Ein Zukunftstrend sind folglich virtuelle Bibliotheken, die intuitives Recherchieren ermöglichen wie wir es von den Suchmaschinen heute schon gewöhnt sind.

Laut der Ciber-Studie wird der nächste Erfolgstrend das Publizieren von E-Books sein, da durch die Gewöhnung an das Lesen am Bildschirm immer weniger Bücher auch im universitären Bereich gelesen werden. E-Journal Databases und E-Book Kollektionen werden die Forschungsbibliotheken erobern, die zukunftsfähig bleiben wollen.

Instant Information – Überleben ohne Suchmaschinen möglich?

Ein Leben ohne Suchmaschinen ist heute kaum vorstellbar. Wie hat man früher bloß seinen Alltag meistern können? Mal eben schnell „X“ bei Wikipedia nachschlagen oder noch schnell „googeln“ – in Sekundenschnelle ist das Ergebnis da und man kann mit seinem unglaublich breiten Allgemeinwissen punkten. Allein die Entstehung solcher Anglizismen wie „googeln“ in der deutschen Sprache, ist ein Hinweis dafür, wie sich durch das angebot und die Nutzung neuer Technologien im Alltag zuerst unser Denken und dann unser Handeln ändern.

W-Lan ist heute nahezu überall angeboten und so kommt man gar nicht mehr in Verlegenheit, eine Antwort nicht direkt parat zu haben.

Klar, Professoren hören es nicht gern, wenn ihre Studenten bei Referaten auf Nachfragen antworten: „Ach, das habe ich nur mal schnell bei Wikipedia nachgeschaut! Nein, woanders habe ich nicht mehr recherchiert!“

Die Copy-and-Paste-Mentalität hat sich enorm ausgebreitet. Dass dies bei ernsthaften Arbeiten oder sogar Examensarbeiten keine gute Idee ist, zeigen die Rauswürfe von Examenskandidaten aus Universitäten in den letzten Jahren. Erstens ist es strengstens verboten, zweitens behaupten viele Professoren immer noch, dass im Internet eh nur Müll stehe.

Das würde ich nun nicht unterschreiben wollen. Klar ist aber, dass sich unsere Gewohnheiten durch diese Angebote in den letzten Jahren in Richtung Bequemlichkeit geändert haben. Niemand macht sich noch die Mühe, ein Lexikon aus dem Regal zu holen, es zu entstauben, es aufzuschlagen und dann erst zu lesen. Das dauert doch viel zu lange, wenn man doch mal eben schnell im Internet nachsehen kann.

Instant Information – sofort und ohne Wartezeit verfügbar!

Besorgniserregend dabei ist nur, dass diese Gewohnheiten sogar in negativer Weise unsere Art zu Denken verändern, wie Marc Glaser in seinem Blog MediaShift beschreibt. Fatal wäre auch, wenn es womöglich aus weiterer Bequemlichkeit bei der Erstinformation bleibt und nicht weiterrecherchiert wird. Das geht natürlich nicht, wenn man ein Thema ernsthaft und umfassend bearbeitet und es der Öffentlichkeit präsentieren möchte.

Es bleibt spannend, weiterhin zu beobachten, was solche Technologien mit unseren Gehirnen anstellen…

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